Thomas W. H. Koppermann präsentiert: 


   Titelgrafik Kirchenorgeln - Copyright: twhk  

(Der Name ist niederländisch und wird gesprochen: "Du-Orgel",
das bedeutet in etwa "Tu-Orgel" ("mache" [baue] eine Orgel).

 
(zuletzt geändert: 26.02.2026)


Wie entsteht eigentlich ein Orgelton?

Mit der "Doe-Orgel", einem voll funktionsfähigen Orgel-"Positiv", können interessierte kleine und große Menschen
durch eigenes Mitmachen beim Aufbau auf spielerische Weise begreifen, wie eine Pfeifenorgel entsteht und funktioniert.

Der Bausatz macht Vieles sichtbar und leichter verständlich, als es bei einer großen Orgel gezeigt werden kann.

Kinder und Erwachsene sind begeistert über das, was sie in kurzer Zeit mit ihren eigenen Händen geschaffen haben.

Der Orgelbausatz wurde von niederländischen Orgelbauern entwickelt und wird
von lizenzierten Orgelbauern in Europa, Asien und den USA in Kleinserien hergestellt.
Näheres finden Sie auf der Internetseite www.orgelkids.nl/de/.

In Schleswig-Holstein, Hamburg und Umgebung können Sie sich auch an den Orgelbauer Tilmann Daewel wenden,
der den hier vorgestellten Orgel-Bausatz in hoher handwerklicher Qualität angefertigt hat:
https://orgelbau-daewel.de


Im Folgenden zeige ich den Aufbau einer "Doe-Orgel" mittels Fotos,
die im Februar 2026 bei einem musikalisch-pädagogischen Workshop in Mölln entstanden sind.
Vielen Dank an die Veranstalter und Mitwirkenden!

Im Text verwende ich einige orgelspezifische Fachbegriffe für bestimmte Teile;
die meisten davon erklären sich durch die Bilder von selbst.
Es gibt von mir aber auch eine Seite zu Begriffserklärungen aus der Welt der Orgeln:
"Was bedeutet eigentlich ...?"


Mein Anfangsbild sieht ein wenig chaotisch aus, aber die Aufbauer sollen auch lernen, die 128 Teile nach Vorgaben zu sortieren
(in der großen Kiste - hier unter dem Tisch - ist bei Anlieferung natürlich alles ordentlich und transportsicher verpackt).

Alles ist so vorbereitet, dass man weder Schrauben oder Nägel noch Werkzeug benötigt.

Los geht's mit dem Zusammenfügen der Rahmenteile.

    

Die zusammengesteckten Teile werden mit Holzdübeln gesichert.

Auf dem Tisch (von oben nach unten): Der "Doppelschöpfbalg", der Rahmen,
der "Magazinbalg" (Ausgleichsbalg), zwei "Windrohre" und eine Bodeplatte.

Nun sortieren fleißige Hände die hölzernen Tasten in die richtige Reihenfolge

Wenn die beiden Linien auf den Tasten eine Keilform zeigen, ist alles richtig.

Die Tasten haben an der Oberseite in der Mitte (neben den Ösen) einen Lederfleck, der das Klappern dämpft.

    

Der "Magazinbalg" (Ausgleichsbalg) wurde unten in den Rahmen eingesetzt.
Die Tasten werden von vorne durch die Stifte geschoben und mit ihrem Ende auf den hinteren Stift gesteckt.
(Die Auflagehölzer haben ebenfalls einen Lederstreifen gegen Klappern.)

Die fertige Manual-Tastatur (2 Oktaven von C bis c', ohne tiefes Cis).

Der untere Teil der "Windlade", auf der später die Pfeifen stehen sollen, ist bereits vorgefertigt.
Es müssen noch die beiden "Schleifen", das sind die beiden Schieber, mit denen der "Orgelwind"
zu den beiden Klang-"Registern"
freigegeben werden kann, eingesetzt und mit dem "Pfeifenstock"
(das gelochte Brett oben rechts), in den die Pfeifen eingesteckt werden, abgedeckt werden.

Die kleinen Häkchen (links im Bild) verbinden später die Ösen der Tasten mit den
Ventilen in der Windlade
, die man durch das Fenster an der Vorderseite sehen kann.

Die fertige "Windlade" wird oben in den Rahmen eingesetzt.

    

Nun fehlen noch die Pfeifen; die sind bereits fertig gebaut, müssen aber erstmal ordentlich sortiert werden.
Die Orgel hat zwei "Register": eines mit oben offenen Pfeifen und eines mit oben geschlossenen ("gedackten") Pfeifen.

    

Die Pfeifen werden in 4 Reihen in die Löcher des "Pfeifenstocks" gesteckt
(von der längsten Pfeife mit dem tiefsten Ton bis zur kleinsten Pfeife mit dem höchsten Ton).

         

Im Bild der fertigen Orgel erkennt man nun auch den rückseitigen Anschluss des "Doppelschöpfbalgs" mit den Handgriffen, mit denen
man den "Orgelwind" erzeugt, sowie die Rohrverbindung vom "Magazinbalg" (Ausgleichsbalg) zur "Windlade" mit den Pfeifen.

Nun ist die Orgel bereit, um die Register zu ziehen und ihr die ersten Töne zu entlocken
(eine oder zwei Personen bedienen die Schöpfbälge, und eine weitere Person spielt).

Viel Spaß!


Der "Doe-Orgel"-Bausatz wird von den Organisationen, die ihn bereits besitzen (z. B. kirchliche Einrichtungen),
auf Anfrage vermietet oder in pädagogischen Veranstaltungen präsentiert.
(Wo bereits eine "Doe-Orgel" vorhanden ist, zeigt eine Landkarte auf der unten genannten Internetseite.)

Wenn Sie sich die Holzarbeiten zutrauen, können Sie gegen eine Spende an "Orgelkids"
eine downloadbare Bauanleitung mit 24 professionellen Bauzeichnungen erhalten.

Es gibt übrigens auch spezielle Noten für die "Doe-Orgel" mit ihren nur zwei Oktaven.

Näheres zu alledem und viele weitere Informationen sowie Aufbau-Bilder und -Videos finden Sie hier:
Internet: www.orgelkids.nl/de/ (deutschsprachige Seiten)

Die "Doe-Orgel" für den Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, die ich hier dokumentiert habe, wurde übrigens
in Schleswig-Holstein vom Orgelbauer Tilmann Daewel
angefertigt (Büro in Müssen, Werkstatt in Grabau):
https://orgelbau-daewel.de

 


    

    


© Copyright: Thomas W. H. Koppermann, Bälau (Deutschland)